Die Gesellschaft der Svear ist ein Ständeordnung. Den höchsten Stand bilden die Fürsten, nach ihnen kommen die Bondi, und nach diesen die Thraell. Die Thraell zählen rechtlich als Waren oder Vieh, werden moralisch aber als Menschen behandelt. Die Ständeordnung hat eine mythologische Legitimation. Dem Gott Heimdall wird nachgesagt, er habe die Stände selbst erschaffen. Die Svear legen viel Wert auf ihre Ahnenreihe, deren Länge das Ansehen der Familie beeinflusst. Die Fürsten selbst sollen vom Gott Odin abstammen. Die Sippe ist der wichtigste Punkt im Leben der Svear. Sie beansprucht absolute Treue und bestimmt die Handlungen der Menschen. Die Blutrache ist Pflicht für alle Sippenmitglieder, was die Fehden nahezu endlos macht. Als Sippenmitglieder zählen nur Blutsverwandte, deren Anzahl die Macht der Sippe festlegt. Der Großteil der Bevölkerung besteht aus wehrhaften Bauern, die sehr um ihre Freiheit bemüht sind und sich nur ungern dem König beugen. Aufstände gegen den König sind nicht selten, doch sie führen nur im Extremfall zur Schlacht. Wie bei allen Nordleuten, so gibt es auch bei den Svearn ein Thing, eine Volksversammlung aller freien Männer. Dieses jedoch ist dem König untergeordnet und im Zweifelsfall hat dieser Recht, jedoch hört er meistens auf die Beschlüsse, da sie von weisen Männern ausgearbeitet werden. Oft wird aber nur die Machtpolitik der Sippen behandelt. Das Thing spricht auch Recht und verhängt Strafen. Die Svearfrauen sind rechtlich den Männern gleichgestellt, unterliegen aber einer Vormundschaft der Eltern, solange sie nicht verheiratet sind. Eine Frau kann großen Einfluss haben, da ihre Verwandten hinter ihr stehen. Die Sippen werden aber immer nur vom ältesten männlichen Mitglied geführt. Ulfhednar

 Die Fürsten
Die Fürsten sind die Adligen der Svear. Zwar sind auch sie nur freie Männer, aber durch Macht und Reichtum können sie sich mehr erlauben, als andere. Ein Fürst muß nicht zwangsläufig ein Sprößling einer alten eingesessenen Sippe sein. Jeder Mann, der genug Macht in einem Landesbereich hat, wird zu dessen Fürst. Natürlich gibt es überall schon vorherschende Familien, aber ab und zu gewinnt ein Bauer soviel Reichtum, und dadurch Macht, daß er sich gegen die anderen durchsetzen kann. Ein Fürst ist aber mehr ein Ehrentitel, denn die Svear sind äußerst freiheitsliebend, und lassen sich nicht herumkommandieren. So sind die Fürsten oft nur wohlhabende und respektierte Großbauern, die wie alle anderen vor sich hinleben. Im Krieg aber, haben sie die völlige Kontrolle über ihre Mannschaften und Truppen, und werden so zu Militärkommandanten, mit ausreichender Befehlsgewalt. Jedoch dürfen sie auch da nicht übertreiben. Die Fürsten haben die beste Kriegsausrüstung, und unterhalten in ihren Hallen Berufskrieger, ihre Gefolgschaften. Dafür, daß ein Fürst seine Leute versorgt und unterbringt, oft auch ausrüstet, schwören ihm die Gefolgsmänner die Treue. Er führt die Krieger in die Schlacht, und geht immer als erster voran, um seine Tapferkeit zu beweisen, und sich seiner Leute für Würdig zu erweisen. Die Titel der Fürsten lauten folgendermaßen:

König Jarl Hersir
Es gibt nur einen, er ist der Herrscher des Svearreichs. Es gibt mehrere, eine Art Graf, der fast selbstständige Herrscher eines Gebietes. Es gibt viele, ein reicher Großbauer, der viel Einfluß in einem Landstrich hat.

 Die Bondi

Die Bondi sind Bauern, Handwerker, Händler, Krieger, eigentlich alle Bewohner, die keine Thraell sind. Ihr Reichtum variiert von den Höfen der Großbauern, zum einzigen Messer eines Landstreichers. Ein freier Mann (oder eine freie Frau) hat volle Rechte, und ist befugt, Waffen zu tragen und Besitz zu erwerben. Die Bondi sind den Fürsten nicht steuerpflichtig, und wehe, wenn ein Fürst so etwas versuchen würde! In Kriegszeiten jedoch sind sie verpflichtet, sich selbst auszurüsten, und dem Heer des Fürsten für zwei Wochen beizutreten. Nach spätestens zwei Wochen können sie gehen. Oft werben Fürsten Bondi für Expeditionen an, und beteiligen sie am Gewinn. Die Fahrten sind oft Plünderzüge in ferne Länder, und jeder Mann versucht nach Möglichkeit mitzukommen, denn die Aussicht auf reiche Beute ist groß. Die Landwirtschaft wird zum größten Teil von Thraell erledigt, und nur ärmere Leute haben keine Knechte. Auch arbeiten Bondi auf den Höfen der reichen Leute, als Aufseher und Verwalter. Durch die vielen Kriege ist das Angebot an Thraell groß, und die Preise sind recht gering, so entsteht ein Bild eines relativen Wohlstandes für die freien Svear. Jedoch sind diese nicht Faul oder untätig. Sie arbeiten ständig selbst auf ihren Besitzungen, oder üben sich im Kampf, und gehen auf Jagd. Im Krieg stehen die Bondi sippenweise beieinander, und kämpfen so erbitterter, als Armeen aus unverwandten Leuten. Ein freier Mann trägt immer ein Messer bei sich, dies ist sein Standesabzeichen. Die Frauen sind den Männern gleichgestellt, und werden demetsprechend behandelt.

 Die Thraell

Über die Thraell gibt es nicht viel zu sagen, sie sind Kriegsgefangene, Verschuldete, oder auf anderem Wege zu ihrem Schicksal gekommene Sklaven. Sie werden auf Sklavenmärkten wie Vieh verkauft, und haben, rechtlich gesehen, den gleichen Status. Sie dürfen keine Waffen tragen und haben keine Rechte. Es gilt jedoch als äußerst Niederträchtig, wenn ein Herr seine Knechte grundlos schlecht behandelt, oder gar tötet. Verboten ist es jedoch nicht. Da die Svear viel Wert auf ihr Ansehen legen, werden die Thraell meist besser behandelt, als in anderen Ländern. Die Thraell erledigen den größten Teil der Arbeit im Svearreich, und die Raubzüge, wie sie heutzutage durchgeführt werden, wären ohne die Thraell auf den Feldern undenkbar. Obwohl es ziemlich viele Thraell gibt, besteht kaum eine Gefahr von Aufständen, denn einerseits sind die Svear sehr starke Krieger, und andererseits ist die Aussicht auf eine erfolgreiche Flucht ziemlich gering, da kein Mann einen unbekannten Knecht auf sein Schiff lassen würde, und der nächste Svear den Flüchtenden gleich wieder einfangen würde. Auch sind viele Knechte mit ihrem Leben recht zufrieden, da sie oft kein anderes kennen, oder es ihnen in der feudalen Heimat oft schlechter ging. Die Kinder der Thraell sind den Herren meist loyal ergeben und würden nicht an eine Flucht denken, da sie mit dem Haus des Herren mehr verbindet, als mit einer Wagen, fernen Heimat.
Es ist den Thraell möglich, sich Geld anzusparen, und sich freizukaufen. Meist werden sie dann Pächter ihres ehemaligen Herren. Es dauert jedoch einige Generationen, ehe sie wirklich den gleichen Stautus haben, wie die Bondi.